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ſer Pruͤfung gehen kann, und welche er nicht zu uͤber⸗ ſchreiten vermoͤgend iſt. Freylich wird das Auge der Vernunft des Einen ſchaͤrfer ſehen, als die Vernunft des andern, und was jenem vielleicht heller iſt, wird dieſem noch dunkel bleiben. Allein Verſchiedenheit der Erkenntniß hebt ja das Recht, nach dem Maas eigner Kenntniß zu urtheilen, nicht auf. Wahre Vernunft wird nie die Graͤnzen verkennen, in welche ſie einge⸗ ſchloſſen iſt. Die Regeln, die ich mir vorgeſchrieben habe, um mir ein ruhiges Verhaͤltniß zwiſchen mei⸗ ner Vernunft und der gottlichen Offenbarung zu be⸗ ſtimmen, ſind folgende:
Vernunftreligion beſteht nicht i i dieſem oder
jenem Syſtem, welches menſchliche Gelehrſam⸗ keit ausgedacht hat, und als unumſtoßliche Wahr⸗
heit ausgiebt; kein menſchlicher Philoſoph von den
ſieben Weiſen Griechenlandes an, bis zum letzten Phi⸗ loſophen, der den Huth der Philoſophie aufſteifen wird, iſt von Irrthum frey.
Es bedarf keines menſchlichen Syſtems der Vernunftreligion, um die Wahrheit richtig zu erkennen, welche die menſchliche Vernunft aus der Natur, von Gott und den Dingen die außer ihm ſind, zu erkennen vermoͤgend iſt. Es bedarf nur richtigen Gebrauchs der Sinne und geſunden Men⸗ ſchenverſtandes. Die Himmel erzaͤhlen die Ehre des Herrn, und die Erde verkuͤndiget ſeiner Haͤnde Werk.
Alle Kenntniſſe von Gott, und den Dingen die außer ihm ſind, die durch bloße Schlußfol⸗
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