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dieſer oder jener Religionswahrheit habe. Der Unge⸗ lehrte, alſo ſowohl als der Gelehrte, das Weib, wie der Mann, wenn ſie ſelbſt zu denken faͤhig ſind, wird alſo ein Recht haben, ſich ſeiner eigenen Vernunſt beh Pruͤfung der Wahrheiten der chriſtlichen Religion zu gebrauchen. Allein wie verſchieden ſind die Grade der Kultur dieſer Vernunft bey dem einen Theile gegen die Grade der Kultur der Vernunft des andern Theils. Wird alſo die Vernunft bey dem einen nicht weit anders wirken, als bey dem andern, und welche Verſchiedenheit
der Reſultate wird daraus entſtehen? Dieß ſcheint ſo;
allein, das iſt hier nicht von ſpitſindigen Unterſuchun⸗ gen, von an einanderhaͤngenden Schlußfolgen, welche die Vernunſt, uͤber das Weſentliche der chriſtlichen Re⸗ ligion anzuſtellen hat, die Rede. Nein! die Frage iſt bloß was die geſunde Vevnunft eines jeden unparteyiſchen denkenden Menſchen, ſich auf die Frage: Iſt dieß wirklich Wahrheit der geoffenbarten chriſtlichen Religion oder nicht? und was kann meine Vernunft davon er⸗ kennen, oder nicht? Was kann ſie nach den deutlich⸗ ſten Ausſpruͤchen der Vernunftreligion und der Offen⸗ barung, die ſie dabey zum Grunde zu legen hat, glau⸗ ben? nothwendig antworten muß. Es ergiebt ſich hieraus von ſelbſt, daß jeder ſelbſtdenkende Menſch, der vernuͤnftigen Religionsunterricht zu benutzen weiß, ein vollkommnes Recht habe, ſeine eigene Vernunft zu befragen, aus welchem Grunde er dieſe oder jene geoffenbarte Religionswahrheit fuͤr wahr baält. Freylich muß jeber zugleich ſich hierbey die richtigen Graͤnzen vorzeichnen, wie weit ſeine Vernunft bey die⸗
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