22
Atheismus zu halten, weil er glaubt, daß auf dem Wege der Demonſtration der Beweis deines Daſeyns nicht ausfindig gemacht werden koͤnne. Die Vernunft mag alſo das Daſeyn Gottes de⸗ monſtriren oder nicht demonſtriren koͤnuen, ſie uͤber⸗ zeugt ſich doch, daß er iſt. Die Gewißheit der Offen⸗ barung ſteht aifo auch weder mit der Bejahung noch mit der Verneinung dieſer Fragen in einiger Verbindung. Wenn ich ſerner der Vernunft eine Stimme bey Beurtheilung der Lehren der Offenbarung zugeſtehen will, ſo iſt noch eine Anmerkung vorher nothwendig. Kann denn jeder Chriſt, der Gelehrte, wie der Unge⸗ lehrte, das Weib, wie der Mann, ſich eines freyen Ge⸗ brauchs ſeiner Vernunft, bey Beurtheilung der chriſt⸗ lichen Religionswahrheiten anmaßen, und koͤnnen ſie dieß auf einerley Art? Es iſt wohl entſchieden, daß, wenn die Vernunſt uͤberhaupt ein Recht hat, ſich bey Beur⸗ theilung der Frage: was iſt aͤchte chriſtliche Religions⸗ wahrheit? und was iſt ſie nicht? einer Stimme an⸗ maßen, jeder nachdenkende Chriſt, der nicht ganz den Gebrauch ſeiner freyen Vernunft vernaͤchläͤſſiget hat, berechtiget iſt, bey Pruͤfung der Religionswahrheiten, ſeine eigene Vernunft zu befragen und zu Rathe zu zie⸗ hen. Denn er darf nur Faͤhigkeit genug haben, be⸗ urtheilen zu koͤnnen, ob die Wahrheit, von welcher die Rede iſt, aus den Quellen ſeiner Religionskenntniſſe horfließt. Iſt er dieß ganz zu thununfähig, ſo gehoͤrt er nicht zu der Klaſſe der nachdenkenden, ſondern der bloß nachſprechenden Chriſten, und alsdann kann er nie behaupten, daß er eine eigene feſte Ueberzeugung von * dieſer
hieſer lehre Nat
alſo Pro
gob
Gr V wirt der lle gen die igi vlo do
od ken ſie
be hie de ein zu 9 5


