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rung denke? Pruͤfet ſelbſt, was ich euch von meiner eignen Vorſtellung der Sache ſage. Ob ſie ganz richtig iſt, kann ich nicht beurtheilen. Jeder Leſer, wird die Sache aus einem andern Geſichtspunkte betrachten.
Ehe ich euch den Gang meiner Ideen uͤber dieſe Materie weiter vortrage, muß ich eine vorlaͤufige Fra⸗ ge beruͤhren, welche einen alten Streit in unſern Tagen wieder rege gemacht hat, und welche einen Einfluß auf den Gegenſtand ſelbſt hat, von welchem wir reden: Kann die Eyiſtenz Gottes aus Schluͤſſen erwieſen wer⸗ den, oder iſt ſie ein bloßes Poſtulat der Beduͤrfniſſs unſers Geiſtes? Und wenn dieſer demonſtrative Be⸗ weis der Exiſtenz Gottes nicht moͤglich iſt, hebt dieß alle Religion auß, und tritt Atheismus an ihre Stelle? Muß die erſte Frage verneint, und die andere bejaht werden, ſo iſt es noͤthig, von dem Verhaͤltniß zwiſchen Vernunft und Offenbarung zu reden.
Dank ſey es dir, Vater und Herr meines lebens, daß du mir einen ſo eingeſchraͤnkten Geiſt gabſt, wel⸗ cher weder Neigung noch Faͤhigkeit hat, auf dem We⸗ ge der ſcharfſinnigſten und ſpitzfindigſten Demonſtration zu unterſuchen, ob du biſt, oder nicht biſt? Dich, du mir ſtets Naher und Allgegenwaͤrtiger, Dich predigt Sonnenſchein und Sturm, der kleinſte Halm iſt dei⸗ ner Gottheit Spiegel, wenn auch der ſpitzfindige Phi⸗ loſoph dieſen Beweis noch ſo unzulaͤnglich findet. Aber fern, fern ſey es von mir, den Mann, der dich bloß als ein Bedürfniß ſeines Geiſtes fordert, dich(denn wa⸗ rum ſollt ich das Gegentheil glauben) verehrt und liebt, um des willen fůr einen Freund und Vertheidiger des
Athe⸗


