Teil eines Werkes 
Erste Abtheilung (1798)
Entstehung
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Huͤtet euch vor aller Hypotheſenſucht des philoſophiſchen und theologiſchen Syſtems, und flieht allen Sektennamen.

Ueberlaßt es der chriſtlichen Denkfreyheit eures Mitchriſten, was er von dieſer oder jener nicht weſentlichen Lehre des Chriſtenthums glau⸗ ben will.

Unter der Leitung dieſer Regeln, wird euch der ſtrenge Gebrauch eurer Vernunft bey Beurtheilung der Lehren der Religion nicht leicht irre fuhren.

F. 4.

Worin beſteht das Verhaͤltniß der Vernunft zur Offenbarung? Nach welchen Gruͤnden muß die Vernunft bey Lehren der Offen⸗ barung urtheilen?

Wenn die Vernunft uns alles ſagt, was wir von

Gott, von unſerer Natur und Beſtimmung, von un⸗

ſerm Verhalten, von unſern Hoffnungen zu wiſſen

nöͤthig haben, wenn wir gluͤckſelig ſeyn, oder nach neuern Behauptungen, reine Tugend um der Pflicht willen, ausuͤben wollen: ſo beduͤrfen wir allerdings keiner von der Belehrung der bloßen Vernunft ver⸗ ſchiedenen unmittelbaren gottlichen Belehrung oder

Offenbarung, und letztere wird wenigſtens nichts wei⸗

ter ſeyn, als gelaͤuterte Stimme der Vernunft. Ich

habe ſchon geſagt, daß ich unmittelbare goͤttliche Offen⸗ barung, verſchieden von der bloßen Vernunft, voraus⸗ ſetze. Ich nehme alſo die Nothwendigkeit dieſer Offen⸗ barung an, und es liegt mir alſo ob, mich zu erklaͤren, wie ich mir das Verhaͤltniß der Vernunft zur Offenba⸗

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