en M⸗ ⸗ ch
u, oh von en⸗ iet
6.
lich irren wolltz denn daß ihr ganz von Irrthum frey bleiben werdet, wag ich nicht zu behaupten.
Merkt alſo folgende Warnungen eures Freundes, die er durch die Erfahrung nuͤtzlich gefunden hat.
Vergeßt nie, daß es bey dem Chriſtenthum nicht auf das Wiſſen, ſondern auf das Wollen und handeln ankommt.
Unverſchuldeter Irrthum iſt keiner Verant⸗ wortung unterworfen.
Kein menſchliches Religionsſyſtem iſt von Irrthuͤmern frey.
Verdammt keinen Menſchen, wegen ſeiner Religionsmeynungen, denn ihr ſeyd nie faͤhig, die Gruͤnde ſeiner Ueberzeugung zu beurtheilen.
Seyd in Religionsmeynungen nie Anhaͤnger eines Menſchen, ſondern denkt und pruͤft ſelbſt.
Glaubt nicht, daß es vieler Gelehrſamkeit be⸗ duͤrfe, um die hellige Schrift in denjenigen Stel⸗ len zu verſtehen, in welchen ſie uns belehrt was wir glauben und thun muͤſſen, wenn wir ſelig werden wollen.
Haltet euch, um den Sinn dieſer Stellen zu verſtehen, an die einfachſte und ungekuͤnſtelte⸗ ſte Auslegung, die eurem geſunden Menſchenber⸗ ſtand die richtigſte zu ſeyn ſcheint.
Schraͤnkt das Syſtem eures Glaubens nur auf die ndthwendigſten Lehren ein, welche mit dem Weſentlichen des Chriſtenthums unzertrenn⸗ lich verbunden ſind.
B Huͤtet


