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wenigſtens nur nach dem Ausſpruch der Vernunft gelten zu laſſen. Wollt ich euch in das Chaos aller Streitigkeiten, welche unter denjenigen Bekennern der Religion, die ſich durch menſchliche Weisheit und Gelehrſamkeit fuͤr vorzuglich aufgeklaͤrt halten, entſtan⸗ den ſind, hineinfuͤhren: ſo wuͤrde ich nie fertig wer⸗ den, und weder mein noch das laͤngſte Lebensalter wuͤrde zureichen, zu erfahren und kennen zu lernen, was denn eigentlich wahre Chriſtusreligion ſey? wenn man zuvor dieß alles, wiſſen, erforſchen, beurtheilen, und entſcheiden wollte, was hierbey, wahr oder unwahr ſey.*) Glaubt alſo ja nicht, das ihr dieß alles wiſſen und durch⸗ ſtudiren mußt, was zu ganzen Alphabeten jedes Jahr uͤber alle dieſe Gegenſtaͤnde geſchrieben wird. Die Religion Jeſu Chriſti iſt zu einfach, als daßſte, um zu wiſſen, worin ihr Geiſt eigentlich beſtehe, der Entſcheidung aller dieſer Fragen beduͤrfe. Indeſſen, da nach dem Anſchein der Sache in unſern Tagen es moͤglich iſt, daß die laͤrmende Stimme der falſchen Vernunftreli⸗ gion, wenn ſich ſtarke Schreyer derſelben bedienen, die ſanfte Stimme der ächten Chriſtusreligion, wenigſtens eine Zeitlang uͤberſchreyen koͤnnte: ſo ſind auch wirklich einige Regeln zu beobachten nöthig, wenn ihr bey den gegenwaͤrtigen Gährungen der menſchlichen Meynun⸗ gen uber Gegenſtaͤnde der Religion, ſo wenig als moͤg⸗ lich
*) Ben dem Streit, in wie ſern die Vernunſt entſchelden mut, was gottliche Offenbarung ſey, oder nicht ſey, moͤchte wohk
erſt noch feſt zu ſetzen ſeyn, von welcher Vernunft, ob von
der individuellen dieſes oder jenes Syſtems, oder derjenigen⸗
die ſich auf bloßen geſunden Menſchenverſtand grundet, hier die Rede ſey.
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