Teil eines Werkes 
Erste Abtheilung (1798)
Entstehung
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namen ſie auch fuͤhren, als den ſicherſten Weg zu rich⸗ tiger Religionskenntniß an. Nur diejenigen, welche Aberglauben, Unwiſſenheit, hierarchiſcher Eigennutz mißleitet, verſchreyen den Werth dieſer Vernunft, ſo oft von Religion die Rede iſt, und lieben die Finſter⸗ niß mehr denn das licht. Und diejenigen, deren Sinnlichkeit das ſanfte Joch der Lehre Jeſu nicht tragen will, erheben dieſe Vernunft uͤber ihren wah⸗ ren Werth, damit ſie die Stimme der Offenbarung nicht hoͤren durfen, und der Stimme ihrer eigenen irren⸗ den Vernunft folgen koͤnnen.

Allein, ihr wuͤrdet euch ſehr irren, wenn ihr euch einbilden wolltet, daß alle aufgeklärten Bekenner der chriſtlichen Religion, uͤber die Anwendung und den Gebrauch dieſer bohden Hülfsmittel, um ſich tichtige Religionsbegriffe zu verſchaffen, einverſtanden waͤten. Vom Anfange der chriſtlichen Religion bis auf unſere Tage, und niemals heftiger als in dieſen leßtern, hat man daruͤber geſtritten, welches die Gränzen zwiſchen Vernunft und Offenbarung ſind? Wo die erſtere auf⸗ hören muß zu urtheilen, und ſich bloß der letztern un⸗ terwerfen muß? Wie die Offenbarung durch die Ver⸗ nunft erklärt werden muß? Ob Widerſpruͤche zwi⸗ ſchen beyden vorhanden ſind oder nicht? Und wie die⸗ ſe Widerſpruͤche zu heben ſind? Ob durch Demon⸗ ſtration, durch Allegorie, durch Akkommodation, durch Exegetik? Ob moraliſche Erklärung der Glaubens⸗ lehren das Nothwendigſte iſt? Ja, man faͤngt ſogar immer mehr und mehr an, an der Moͤglichkeit und Wirklichkeit dieſer Offenbarung zu zweifeln oder ſie

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