Teil eines Werkes 
Erste Abtheilung (1798)
Entstehung
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macht, der Weisheit und Güte Gortes haben, die euch in jedem Werk der Natur ſo deutlich vor Angen liegen, wenn ihr euch nicht ſogleich ſelbſt antworten koͤnntet: hat meine Vernunft nur einen geringen und

. nicht einen hoͤhern Grad der Vollkommenheit, ſo liegt dieß entweder in meiner Verſchuldung, oder in der * Unfähigkeit meiner Natur, dieſen hoͤhern Grad zu er⸗ 5 langen. Dankt alſo vielmehr Gott, daß er gleich von i der erſten Entſiehung des Menſchengeſchlechts an, die⸗ ſer ſchwachen Vernunft/ eine hinreichende Stuͤtze ihrer Schwachhoit gab, ſeine unmittelbare Offenbarung, nicht als Stifterin einer neuen Religion, ſondern als 3 Verbeſſerung und Beſtaͤtigung der ehrwuͤrdigen Reli⸗

gion der reinen Vernunſt, als Belehrerin uͤber das Rothwendige, das die Vernunft nicht erkannte. Dieſe

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Offenbarung hatte freylich auch ihre Grade. Sie war Anfangs bloß Daͤmmerung, dann Anbruch der Mor⸗ genroͤthe, ferner belles Licht, und nur danm erſt, als Jeſus Chriſtus erſchien, ſtrahlte ſie, wie die alles er⸗ quickende Sonne am Mittag in ibrem vollen Glanz. Dieß iſt der allgemeine Gang ber goͤttlichen Weisbeit, 3 die in allen ihren Werken von dem Unvollkommenen zum Vollkommnern fortſchreitet, die aus dem Sonnen⸗ ſtaub den Weltkoͤrper, aus den Samenkorn die Frucht, 3 aus dem Embryon den ſinnlichen Menſchen bildet und . ihn bis zum Engel erhebt. Vernunft und Offen⸗ barung alſo ſind eure einzigen Führerinnen zu rich⸗ tigen Begriffen von der Religion, zu der ihr euch be⸗ fennt. Vernunft und Offenbarung nahmen auch glle Bekenner der chriſtlichen Religion, welchen Partey⸗

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