Teil eines Werkes 
Erste Abtheilung (1798)
Entstehung
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habe, was ich hier glaube, und was ich dort hoffe, und warum ich es glaube und hoffe. Ich belehre euch von dem Weg, den ich als den ſicherſten erkannt habe, um zu feſten, ſichern Entſchluͤſſen in allem, was die Religion angeht, zu gelangen. Allein ich drin⸗ ge euch nicht alles, als unumſtoͤßliche Wahrheit auf, was ich als Wahrheit erkannt habe. Euer vernuͤnfti⸗ ger Geiſt iſt frey. Er kann pruͤfen, verwerfen, an⸗ nehmen. Nur thut jedes mit Vorſicht, und aus Gruͤnden. Dieß iſt zu keiner Zeit noͤthiger geweſen, als in dem Zeitalter, in welchem ihr lebt. Faſt ein jeder eurer Zeitgenoſſen, glaubt uͤber Religion und Religionsbegriffe urtheilen, und abſprechen zu koͤnnen. Der Thor, wie der Weiſe, der Gelehrte, wie der Un⸗ wiſſende, ſelbſt das Weib, wie der Mann. Unglaube und Aberglaube, Myſtik und ſpekulatinz Philoſophie, Formularwerk und Traͤume der Phantaſie, Orthodoxie und Heterodorie, Toleranz und Intoleranz, Wahr⸗ heit und Jrrthum ſind in den Religionsbegriffen un⸗ ſers Zeitalters ſo unter einander gemiſcht, daß es fuͤr den eifrigſten Liebhaber der Wahrheit ſchwer wird, ſich nicht auf dem einen oder dem andern Jrrweg zu ver⸗ lieren. Laßit mich, ſo viel mich die Erfahrung gelehrt hat, zu eurer Warnung, die ſonderbare Miſchung der Denkungsart unſers ſo genannten aufgeklärten Zeit⸗ alters, uͤber das, was Religion heißt, etwas genauer ſchildern. Der Wanderer geräth weniger in Gefahr zu irren, wenn ihm von einem ſachkundigen Freund die Nebenwege genau bemerkt worden ſind, auf wel⸗ chen er ſich von dem richtigen Weg, den er zu gehen hat, verirren kahn..