Teil eines Werkes 
Erste Abtheilung (1798)
Entstehung
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S 2. Denkungsart bes jetzigen Zeitalters uͤber Re⸗ ligion uͤberhaupt, und chriſtliche Religion insbeſondere. Weiſes Verhalten dabey.

Ruͤckſicht auf zwey Hauptpunkte bey der ge⸗

ſuchten Ueberzeugung von der Wahrheit der chriſtlichen Religion.

Seit der Entſtehung des Lehrbegriffs der chriſt⸗ lichen Religion, und alſo ſeit einem Zeitraum vom 1800 Jahren, hat es noch nie ſo viel Gaͤhrung in allem, was auf die Religion Bezug hat, gegeben, als in dem jetzigen Zeitalter. Der weiſe und vernuͤnftige Mann bat daher deſtomehr Vorſicht noͤthig, daß er ſich we⸗ der zu dem einem noch zu dem andern Irrthum hin⸗ reißen laßt, und eignes Nachdenken, eigene Pruͤ⸗ fung uͤber däsjenige, was Religion heißt, und was dafuͤr ausgegeben wird, iſt ihm niemals i geweſen, als gegenwaͤrtig.

Auf der einen Seite kaͤmpft die bloße Vernunft⸗ religion mit der poſitiven Religion, verwirft alle Offen⸗ barung, oder beſtreitet wenigſtens die Moͤglichkeit einer poſitiven chriſtlichen Religion, und was mit ihr in Verbindung ſteht; der Unglaube ſtiftet Feſte der Ver⸗ nunft, und bemuͤht ſich Religion und buͤrgerliche Ver⸗ haͤltniſſe ganz von einander zu trennen, vermengt einige Gran Wahrheit mit einer unuͤberſehbaren Maſſe von Irrthuͤmern, um das Joch ganz abzuwerfen, unter welchem Religionsvorurtheile, wie er glaubt, die Freyheit des menſchlichen Geiſtes, in kirchlichen und politiſchen Feſſeln bisher gehalten haben· Dieſen

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