3 nau pruft und unterſucht, was ich euch als meine eigne Glaubenspflicht angebe. Allein, das Reſultat eures Glaubens, und das Reſultat des meinigen muß uns zu einerley Ziel fuͤhren, wenn wir aͤchte Chriſtusreligion bekennen. Ausuͤbung wahrer chriſtlicher Tugend und Rechtſchaffenheit muß das Ziel ſeyn, zu welchem das Reſultat unſers Glau⸗ bens uns leitet. Derjenige von uns, der dieſes Ziel nicht erreicht, deſſen Glaube iſt eitel.
Auf dieſen Glauben gruͤndet ſich ſodann unſere Hoffnung des kuͤnftigen Lebens. Iſt unſer Glaube wirklich das Mittel, durch welches wir uns zu einem immer hoͤher ſteigenden Grad der Tugend und Recht⸗ ſchaffenheit bilden, ſo duͤrfen wir uns auch mit der frohen Hoffnung ſchmeicheln, daß wir, nach dem Zeugniß des Apoſtels, durch ihn zu Gott kommen, und der ſeligen Vereinigung mit ihm theilhaftig werden,
Die Abſicht dieſer Schrift iſt alſo zweyfach. Sie ſoll euch, erſtlich, bey den immer ſtaͤrker an⸗ wachſenden Gaͤhrungen unſerer religioͤſen Meynungen auf dasjenige aufmerkſam machen, worauf es bey dieſen Gaͤhrungen hauptſaͤchtlich ankommt, was bey aller Verſchiedenheit der Meynungen dennoch die
azptſache ſey, worauf euer chriſtlicher Glaube ſich
gruͤnden muß. Eigentlich werden es freylich nur meine eigenen Meynungen ſeyn, die ich euch hierbey angebe, Dieß thut aber zur Hauptſache nichts, da das Geſetz der eigenen Pruͤfung, das einzige iſt, was ich von euch fordere, und da ſch euch jederzeit an den Grundſaß A 2 des
X


