des Greiſes, habe ich dieſe Wahrheit geſucht, oſt geglaubt, ſie gefunden zu haben, mich oft getaͤuſcht, habe oft einen Irrthum gegen den andern vertauſcht. Nur erſt am Rande des Grabes, daͤucht mich, daß ich von dieſer Wahrheit mehr erkenne. Aber nur wenig iſts, was ich von ihr erkenne. Doch auch ſchon dieß Wenige, gewaͤhrt mir Ruhe dieſes Lebens, und frohe Ausſicht in das kaͤnftige Leben. Auch ihr, meine Theuern, wandelt dem Grabe 5 fruͤher oder ſpaͤter als ich, muͤßt ihr, wie ich, in daſſelbe hinabſteigen, und ihr dauert fort, nach dem Tode, ihr moͤgt gut oder boſe gehandelt, ihr mogt Wahrheit oder Irrthum, zum Fuͤhrer eures, irdiſchen Lebens gewahlt haben. Wollt ihr dieſen großen wichtigen Augenblick eurer Veraͤnderung mit ruhigen Herzen erwarten, ſo müßt ihr euch, vor allen Dingen, richti⸗ ge Begriffs von eurer Beſtimmung dieß⸗ und jenſeit des Grabes verſchafft haben. Dieſe Begriffe muſſen ſich auf eine feſte Ueberzeugung, was ihr hier zu glau⸗ ben, und unter der Leitung dieſes Glaubens hier zu thun, dort aber zu hoffen habt, gruͤnden.
Die Ueberzeugung eures Glaubens muß indeſſen
bloß von euch ſelbſt abhaͤngen. Sie muß auf richtige
unparteyiſche Unterſuchung der Gruͤnde, die euch zu glauben beſtimmen, ſich ſtützen. Ich kann euch alſo nicht vorſchreiben, daß ihr dieß oder jenes ſchlech⸗ terdings deswegen glauben ſollt, weil ich es glaube, und hier behaupte. Aber Rechenſchaft von melnem eigenen Glauben bin ich euch zu geben ſchuldig, und verlangen kann ich von daß ihr dasjenige ge⸗ . nau
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