Teil eines Werkes 
2. Theil (1863)
Entstehung
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gen:Ihr Männer von Prag. Zu welchem thörichten und frevelhaften Beginnen wollt Ihr Euch verführen laſſen? den heiligen Frieden wollet Ihr vertauſchen mit wüſtem, raubmörderiſchem Streit, die ſegensreiche Ord⸗ nung mit unheilvoller Verwirrung, die Blüthe Eurer ehrwürdigen Stadt mit dem Gräuel der Verwüſtung. Blickt auf zum Himmel, Ihr Söhne Kroks, hoch von ihrem Sternenthrone blickt Libuſſa hernieder und ihr Auge iſt voll Thränen über ihr verblendetes Volk. Solche Thränen, heiß und blutig, erfüllten dies Auge in allen Zeiten, wenn ihr geliebtes Böhmenland heimgeſucht war von ſchwerer Trübſal; ſolche Thränen mußte ſie Jahre lang vergießen, nach dem Tage, nach dem der böh⸗ miſche Löwe auf dem Marchfelde dem Adler des deut⸗ ſchen Reiches erlag. Ihr habet ſie mit erlebt dieſe nn⸗ heilvollen, ſchrecklichen Jahre; es iſt keiner unter Euch,

dem ſie nicht irgend eine Wunde geſchlagen, ſei es des

Her zens oder des Wohlſtandes. Fremde Räuber herrſch⸗ ten im Lande und plünderten es, die Edeln des Landes wütheten unter einander in blutigen Fehden, das Geſetz ward unter die Füße getreten, der Acker des Landman⸗ nes lag wüſte und die Gewerbe lagen darnieder. Da warf ſich die treue Mutter des Volkes jammernd zu den Füßen des zürnenden Gottes und bat um Rettung für ihr zerſchlagenes, zerfleiſchtes, elendes Volk. Und Gott