Teil eines Werkes 
2. Theil (1863)
Entstehung
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Ruſalka ſtand noch immer, ihr Knäblein feſt an den Buſen drückend zur Seite des Thores an der dunk⸗ len Wand.

Bis jetzt war ſie der anders beſchäftigten Aufmerk⸗ keit des wilden Pöbels entgangen. Sie wollte ſich eben in das Haus zurückziehen, als ſich die Thorflügel des⸗ ſelben ſchloſſen und die Menge tobend herandrängte. Sie konnte weder vor noch rückwärts, noch war ein Ent⸗ rinnen an den Seiten zu denken. Ein Moment der Angſt,

nicht um ihr Leben ſondern für ihr Kind, kam über ſie aber nur ein Moment: plötzlich erhob ſich ihr Geiſt zu einem großen Enkſchluß.

Ihr zur Seite befand ſich ein hoher Steinblock, das Fußgeſtell des hier angebrachten Prangers. Auf dieſen ſprang ſie hinauf und ſo ragte die an ſich hohe Geſtalk vom Mond beleuchtet hoch empor.

Vieler Augen richteten ſich augenblicklich auf die Erſcheinung, die plötzlich aus der Erde emporgeſtiegen zu ſein ſchien.

Ein Murmeln der Verwunderung, wohl auch des leichten Entſetzens lief von Mund zu Munde.

Das iſt ja die Here Ruſalka! rief eine Stimme aber allgemeines Schweigen herrſchte plötzlich in der

Menge, als von der erhabenen Geſtalt folgende mit weithin tönender Stimme geſprochenen Worte ausgin⸗