—
Zauberin auf dem Sechsmänneramte zu thun haben? Was konnte dieſes mit ihr zu ſchaffen haben? Eigentlich meinte Meiſter Pſtroß, müſſe das Sechsmänneramt die verrufene Perſon mit dem Staupbeſen aus der Stadt bringen. ₰
Als Ruſalka eines Morgens wieder nach dem Teyn⸗ hofe ſchritt, ſagte Pſtroß zu ſeinem nächſten Nachbarn, dem Schwertfeger:
„Da geht die Hexe ſchon wieder zu den Sechsmän⸗ nern. Und feht nur, wie hoffärtig ſie einhergeht. Trägt ſie das Haupt nicht wie eine Fürſtin? Und brüſtet ſie ſie ſich nicht mit dem Bankert auf dem Arm wie eine rechtſchaffene Mutter? Es iſt eine Schande für unſere Stadt, daß ein ſolches Geſchöpf ſo frei umhergehen darf, daß diejenigen, die auf Zucht und gute Sitte ſehen ſol⸗ len, mit ihr verkehren wie mit Ihresgleichen.“
„Das würdige Sechsmänneramt braucht ſeine Zu⸗ träger,“ meinte der Schwertfeger—„dazu geben ſich nicht immer ehrliche Leute her, zumal in Zeiten wie die jetzigen. Es iſt gewiß kein ehrlicher Menſch in Prag, der dem Sechsmänneramt was verräth, was im Werke iſt. Es hat aber wohl eine dunkle Ahnung, daß es nicht ganz richtig iſt, und da muß nun ſolch' loſes Geſindel, muß ſelbſt eine ſo verruchte Hexe zur Späherin dienen.“


