224
„Iſt aber doch umſonſt,“ fiel Pſtroß ein;„es iſt kein Verräther unter uns; wir haben jeden, den wir in das Geheimniß gezogen, zuvor auf das Krenz ſchwören laſ⸗ ſen, daß er die ſtrengſte Verſchwiegenheit beobachte.“
„Mich wandelt aber doch allemal ein Grauen und Zagen an, wenn ich die Hexe nach dem Teynhofe wan⸗ deln ſehe,“ bekannte der Schwertfeger,
„Wenn ſie etwas wüßte, hätte fie es längſt verra⸗ then,“ erwiederte Pſtroß,„und dann wäre das Sechs⸗ männeramt ſicher eingeſchritten. Sie mögen ſich drüben mit einander die Köpfe zerbrechen, es wird ihnen nichts helfen— morgen Abend, wenn die Glocke neun ſchlägt, geht's los.“
„Gott gebe einen guten Ausgang,“ ſchloß der Schwertfeger;„wir wollen ja nichts Böſes, wir wol⸗ len ja die Böſen ſtürzen und die rechte Ordnung wieder herſtellen—“
„Ja, und Handel und Wandel wieder blühen ma⸗ chen,“ fügte Pſtroß hinaus hinzu—„Gott wird uns ſchon helfen.“
Während die beiden Männer noch ſo redeten, ſtand Ruſalka vor dem Sechsmänneramt und ſprach:
„Ich komme heute zum letzenmal an dieſe Stelle und rufe; das Land iſt in Gefahr! Ich bin täglich zu


