„Laſſen wir das Vergangene vergangen ſein, und wenden wir unſern Blick der Zukunft zu. Hoffen wir, daß wir bald wieder eine anſtändige Hofhaltung in Prag bekommen, daß die Gewerbe wieder blühen. Frau Guta iſt eine große Freundin der Gewerbe und wird, da ſie auch einen prächtigen Haushalt liebt, den hieſigen Ge⸗ werbsleuten viel zu verdienen geben.“
„Sie iſt aber eine Deutſche,“ warf der Meiſter ein; „wird ſie nicht Alles den deutſchen Gewerken zuwenden?“
„Frau Guta iſt weiſe,“ antwortete der Klingen⸗ berger;„ſie weiß, daß ſie Königin von Böhmen iſt und es mit den Landeskindern halten muß. Sie hat mir es ausdrücklich zur Pflicht gemacht, die Beſtellungen, die ſie mir aufgetragen, nur bei czechiſchen Meiſtern zu ma⸗ chen.“
„Gott ſegne ſie,“ erwiederte der Meiſter;„ſo wird ſie auch die Liebe eines dankbaren Volkes gewinnen, und ſie wird ſehen, daß wir Czechen unſer Handwerk ſo gut verſtehen wie die Deutſchen. Möge nur der Tag bald kommen, wo wir ſie in unſern Mauern willkommen hei⸗ ßen können! Das Geſchäft iſt jetzt gar zu lahm; ein Hof, der was aufgehen läßt, thut uns noth.“
Bohuslaw von Klingenberg verabſchiedete ſich jetzt, um, wie er ſagte, noch mehrere Beſtellungen für die Kö⸗ nigin Guta zu machen.


