Teil eines Werkes 
2. Theil (1863)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

deren Wahl ich Euch überlaſſe. Auch ein Dutzend Salz⸗ füßchen und ſechs Dutzend wohlverzierte Teller wollet Ihr nicht vergeſſen. Macht Eure Sache gut, Meiſter, unſere junge Herrin iſt eine feine Kennerin der Kunſt.

So werden wir die hohe Frau bald bei uns ha⸗ ben? fragte Meiſter Pſtroß, mit glänzendem Geſicht.

So Gott will, ja, gab der andere zur Antwort. Der König ſehnt ſich ſein Gemahl bei ſich zu haben, und Frau Guta ſelbſt wünſcht in ihrem lieben Böhmen zu ſein. Es kommt nur noch auf den Vater an, daß er ſie ziehen läßt, und er wird den vereinten Bitten des jun⸗ gen Paares nicht wiederſtehen. Vielleicht kehrt der Kö⸗ nig ſchon jetzt an ihrer Seite zurück.

Das wäre ein Glück, meinte Pſtroß;da käme doch wieder ein ordentliches Hofleben nach Prag, da könn⸗ ten ſich die Gewerbe wieder erholen, die ſeit des ſeligen Königs traurigem Ende nur ein ſieches Daſein gefriſtet. Wenn ich der Zeiten gedenk', wo der große König noch lebte was war das für ein Leben in Prag! Wie blüh⸗ ten da die Gewerbe! Es gab ja in der ganzen Welt kei⸗ nen Hof ſo prächtig wie der Hof König Otokars. Da riſſen die Beſtellungen für den Hof nicht ab. Dazu kam der reiche Adel, der ſich damals zahlreich um den Hof verſammelte, was ließ der nicht hier aufgehen! Ach, man