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Kunigunde ſaß ſchon hoch zu Roß und harrte ih⸗ ris Gefährten mit dem entführten Kinde. Sie war nicht wenig überraſcht, als ſie jenen an der Seite der Mutter des letzteren herankommen ſah. Aber ſie faßte ſich, redete ſich ein, daß ſie etwas vollkommen rechtmä⸗ ßiges unternommen, und wollte der beleidigten Mutter die chriſtliche Fürſtin entgegenſetzen. Oder vielleicht war jene gar nicht beleidigt, vielleicht hatte Hynek gar nicht Hand an das Kind gelegt, ſondern die Mutter bei ihm vorgefunden und daher den Weg der gütlichen Unter⸗ handlung eröffnet. Dann kam ſie wohl, ſolche mit ihr perſönlich zu führen. Das wäre der Fürſtin allerdings das Liebſte geweſen.
Als die Zwei aber näher kamen, bemerkte ſie Hy⸗ neks ſchwertloſe Hüfte und ſein verſtörtes Ausſehen.
„Was iſt Euch, Herr Hynek?“ rief ſie—„wo habt Ihr Euer Schwert?“
„Das ſteckt gut, hohe Frau,“ verſetzte Ruſalka; „es wird ferner keinem ſchuldloſen Thier mehr ſchaden oder zu einem Bubenſtück dienen. Ich weiß nicht, ob Ihr dem Herrn den Anftrag zu einem ſolchen ertheiltet, aber der Schein ſpricht dafür. War es wirklich Euer Wille, einer Mutter ihr Kind rauben zu laſſen?“


