Teil eines Werkes 
2. Theil (1863)
Entstehung
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„Ihr liehet gütlicher Vorſtellung mit einem an⸗ nehmbaren Entſchädigungsgebot kein Gehör,“ entgegnete Kunigunde.

„Seid Ihr denn nicht Mutter?“ gab Ruſalka zun Antwort? Gibt es denn Mütter, die ſich ihre Kinder mit einer Summe Geldes abkaufen laſſen?“

„Das Kind, das Ihr Euer nennt, gehört der Kirche,“ behauptete Kunigunde.„Dieſe hat es von dem Vater, der das erſte Recht darauf hatte, zum Eigenthum erhal⸗ ten, damit es Theil habe an der Erlöſung.“

„So ſpricht eine Mutter?“ rief Kunigunde— „eine Mutter, die ſelbſt mit Schmerzen Kinder geboren hat? Ein Vater ſoll das erſte Recht auf ein Kind ha⸗ ben; ein höheres als die Mutter? Ruft nicht die Stimme der Natur in Eurer Bruſt dagegen: nein! nein! und wieder nein? Ein Kind gehört zuerſt der Mutter, ſie hat von Naturrechts wegen neun und neun⸗ zig gegen einen Theil an ihm. Der Vater muß ſich das gleiche Recht erſt durch ein langes treues Walten ver⸗ dienen. Der Mann, den Ihr als Vater meines Kindes betrachtet, hat ſich dieſes Namens unwürdig gemacht durch ſchnöden Verrath an dem Weibe, das von ihm ein Pfand der Liebe unter dem Herzen trug; er ſtieß die Mutter mit dem neugebornen Kinde in's Elend, daß ſie in den Stürmen des Winters keine Stätte gehabt