meiner Frau Mutter ihr Witthum zu retten! Geht zu ihm, hochwürdiger Kanzler, geht!“
„Ich werde ihn zu Euch beſcheiden,“ erwiederte der Prälat,„denn es iſt nothwendig, daß Eure Hoheit ſelbſt mit ihm ſpreche.“
„Thut, wie Euch gut dünkt,“ ſagte Wenzel;„ich werde ihn empfangen, als wäre nichts zwiſchen uns vor⸗ gefallen.“
Während dieſe Unterredungirt Königshofe ſtattfand, hatte Frau Kunigunde eine Unterredung ganz anderer Art mit dem Iuden Ben Baruch.
Sie hatte nach ihm geſchickt und er war nach Ku⸗ nigundenluſt gekommen.
Nachdem ſie ihm über die ſchuldig gebliebene Ant⸗ wort nach der ihm gegebenen Bedenkzeit Vorwürfe ge⸗ macht, erzählte er ihr, welche Verhandlung zwiſchen ihm und ſeiner Tochter ſtattgefunden, und erklärte, daß, wenn er ſchon der hohen Frau zu Willen ſein wollte, dies doch durchaus nicht in ſeiner Macht ſtünde.
Sie möge ihm daher nicht zürnen und ſelbſt ver⸗ ſuchen, was ſie bei dem verirrten und halsſtarrigen Ge⸗ ſchöpf, das er nun vollends nicht mehr als ſeine Tochter anerkenne, auszurichten vermöge.
Kunigunde war rathlos.


