Teil eines Werkes 
1. Theil (1863)
Entstehung
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nen Sohn als meinen Bruder halten und mit Gütern bedenken. Er ſoll immer der erſte Mann Böhmens nach mir ſein, wie ſich's für den Gemahl der Königin⸗Mutter geziemt. Aber mir ſcheint es durchaus nöthig, daß ſeine Macht in den inneren Reichsangelegenheiten eingeſchränkt werde. Er miſcht ſich in zu vielerlei Dinge— er geht zu rückſichtslos vor, er ſpielt zu ſehr den Herrn, den Kö⸗ nig— und das mag ich nicht länger leiden; ich bin Herr im Lande, ich bin König und will es ſein— und wäre es auch nur um der heiligen Kirche willen, deren Rechte Herr Zawiſch nicht mehr achtet— ganz natürlich, weil er nicht den rechten Glauben hat.“

„O, mein königlicher Herr,“ rief der würdige Kanz⸗ ler aus,„wer hat Euch das geſagt! Ich kenne Herrn Zawiſch ſeit vielen Jahren und habe in ihm ſtets einen guten Chriſten gefunden, als ſolchen kennt und achtet ihn auch das heilige Haupt der Kirche—“

Meint Ihr?“ warf Wenzel ein, offenbar nicht nur angenehm überraſcht durch dieſes Zeugniß, und fuhr dann in etwas muthigerem Tone fort:

„Ihr ſeid ein ſo frommer und ehrwürdiger Mann — Ihr müßt in geiſtlichen Dingen mehr verſtehen wie ich— wenn Ihr Herrn Zawiſch für einen guten Chri⸗ ſten erklärt, ſo muß es wohl wahr ſein— aber wie kann er dann der Kirche eine Seele rauben?“