Teil eines Werkes 
1. Theil (1863)
Entstehung
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„Jedenfalls hat er geglaubt, die Prieſter, welche das Judenkind der Kirche einverleiben wollten, thaten dies auf eine dem Geiſte unſerer heiligen Kirche wider⸗ ſprechende Art. Man kann hierüber verſchiedener Anſicht ſein; aus den heiligen Kirchenvätern laſſen ſich allerdings Stellen anführen, nach welchen die Organe der Kirche in dieſem Falle nicht ganz im Rechte waren. Indeſſen gibt es auch Stellen, die für ſie ſprechen. Der Fall iſt eben zweifelhaft—“

„Dann, meine ich, muß ein guter, eifriger Chriſt allemal zu Gunſten der Kirche entſcheiden,“ fiel Wen⸗ zel haſtig ein,„und ſo hätte nach meiner Meinung das Judenkind, das doch einen chriſtlichen Vater hat, der es der Kirche übergeben, dieſer gelaſſen werden müſſen.“

„Jedenfalls wäre es für das Kind ſelbſt ſo am be⸗ ſten geweſen,“ meinte der Prälat Kanzler.

In dieſem Augenblicke trat ein Diener ein und mel⸗ dete die Ankunft eines Boten von dem Biſchof von Olmütz.

Der König befahl den Boten hereinzuführen.

„Was mag der wieder bringen!“ ſeufzte Wenzel, indem der Diener den Befehl vollzog.

Der Bote trat ſich tief verneigend ein und über⸗ reichte dem König ein Schreiben. Dieſer öffnete es ha⸗ ſtig und las ſeinen Inhalt.

Taura. Die Witkowetze. I. 14