Teil eines Werkes 
1. Theil (1863)
Entstehung
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Keine Beweiſe? O Ihr ſchwerfälliger Fettſack! Jedes Höckerweib in Prag weiß, daß Frau Kunigunde hinter ihres Gemahls Rücken mit dem Zawiſch Buhl⸗ ſchaft getrieben, und daß ſie von dem Augenblicke an, wo er dieſen in die Verbannung ſchickte, den König haßte bis auf den Tod, ja, ihn nicht allein, ſondern auch die Kinder, die ſie ihm geboren. Iſt doch eine Kammerfrau der buhleriſchen Königin dazu gekommen, wie ſie den jun⸗ den Thronerben wegen eines kleinen Vergehens an den Füßen aufgehangen und faſt zum Tode gezüchtigt.

Doch ſcheint ſie ihn jetzt mit mütterlicher Zärt⸗ lichkeit zu lieben

Es iſt eitel Schein und Heuchelei. Um der Frucht ihrer Buhlſchaft, um Zawiſch's Sohne ihr reiches Wit⸗ thum Troppau zuzuwenden, obgleich es nach König Ot⸗ tokars Willen dem Herzog Nikolaus zufallen ſoll, um ihm wo möglich die Rechte eines königlichen Prinzen zu gewinnen, darum ſchmeichelt ſie dem ſchwachen König, und ich fürchte, er läßt ſich übertölpeln, denn er hängt mit abgöttlicher Liebe an der unwürdigen Erzeugerin.

Wär dem ſo, nahm Kraſſow das Wort,dann wäre es ein Leichtes an Herzog Nikolaus einen wahren Bundesgenoſſen zu finden. Er wird ſich ſein Erbe nicht entreißen laſſen wollen.