11
„Ich danke dir, Sandor,“ ſagte Sezema;„der Hohlweg, der dieſen Streit veranlaßte, hinderte auch, daß für mich Gefahr dabei war. Hätte der dicke Gauch dort hinten mitſchlagen können, ſo wäre mein Stand wohl ein ſchlimmer geweſen, denn mein Gegner führte eine tapfere Klinge. Ich möchte wohl wiſſen, mit wem ich die Ehre gehadt, mich zu meſſen. Mach' deine Schlinge von ihm los und frag ihm ſeinen Namen ab.“
Sandor gehorchte. Zbiflaw erhob ſich langſam vom Boden und ſagte, indem er auf das Wappen in ſeiner Satteldecke zeigte:„Wenn Ihr Euch auf böhmiſche Wap⸗ penkunde verſteht, ſo findet Ihr dort die Antwort.“
Sandor war in dieſer Kunde nicht bewandert und machte daher Miene eine Antwort zu erzwingen. Aber Sezema von Landſtein bedeutete ihm abzulaſſen und prüfte, ſich über den Hals ſeines Roſſes vorbeugend, das Wappen ſeines Gegners.
„Irre ich nicht, ſo iſt das das Wappen von Tre⸗ baun,“ ſagte er—„ſo wäre mein tapferer Wiederpart wohl Herr Zbiſlaw Zagjc von Trebaun, einſt der Krone Böhmen Oberſtlandkämmerer?“
„So iſt's,“ erwiederte Zbiſlaw Zagjc düſter.
„Dann wäre ja der ärgſte Todfeind der erlauchten Roſe in meiner Gewalt,“ ſagte ſein Gegner,„und es


