Teil eines Werkes 
1. Theil (1863)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Dieſe Worte ſprach ein ritterlicher Mann, der hoch zu Roß auf dem höchſten Punkte des Berges Wit⸗ kow hielt, welcher einem ſpäteren Helden des Böhmer⸗ volkes zu Ehren den Namen Ziskaberg erhielt. Der Mann ſchien nahe dem Mittag des Lebens zu ſtehen, er war von mittlerer Größe, breitſchulterig und kräftig von Geſtalt, und obſchon dunkelgebräunten Angeſichts, doch von angenehmen, friſchen Zügen, mit geiſt⸗ und leben⸗ ſprühenden Augen. Der Art nach, wie er ſeinen Bart trug, hätte man ihn für einen Ungar halten können, aber ſeine Tracht verrieth den vornehmen Czechen, und zwar den Czechen von altem Schrot und Korn. Bei genauer Muſterung ſeiner ganzen Ausrüſtung fand man in ſei⸗ nem Wappen eine goldgeſtickte Roſe im blauen Felde, was auf einen Zweig des mächtigen Geſchlechtes der Witkowetze oder Herren von der Roſe deutete, deſſen Oberhaupt, Zawiſch von Falkenſtein, damals als Stief⸗ vater des jugendlichen Königs Wenzel II. thatſächlich das böhmiſche Reich beherrſchte.

Sei mir viel tauſendmal gegrüßt, du Schwelle

des Ruhmes und Heiles! ſo fuhr der Reiter in ſeinem

Selbſtgeſpräch fort.Sei mir gegrüßt mit deinen Denk⸗ malen großer Zeiten, mit deinen tauſend Heiligthümern und deinen zauberumwobenen Höhen. Sei mir gegrüßt, du heiliger Wyſſehrad, und du, gewaltiger Hradſchin,