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derben gewiß zu machen; denn bei dem Baſtel ge⸗ ſellte ſich zur getäuſchten Erwartung auch die Eifer⸗ ſucht, die er noch immer nicht überwunden.
Es erfolgte nun eine Szene, deren ausführliche Schilderung uns die Leſer erlaſſen wollen. Wir er⸗ zählen ſie ganz kurz mit den Worten der Chronik: „Die Unmenſchlichen hielten förmlich Gericht über den dürren Schneider(der Baſtel präſidirte); er ward verhört, dann ſprach ihm Baſtel das Todes⸗ urtheil. Hierauf zwangen ihn die vier Brüder nie⸗ derzuknieen und zu beten, zwei nahmen ihn beim Kopfe und ſchoßen ihm in die Bruſt, gaben ihm dann noch elf Stiche in den Leib und warfen den Leichnam in einen Schacht.“
Als daher die amtliche Expedition am Raub⸗ ſchloſſe anlangte, fand ſie nichts als einige Blutſpu⸗ ren vor. Dieſe leiteten an den Schacht. Mit Hilfe von Bergleuten, die aus dem nahen Pobersau her⸗ beigeholt wurden, ward der Leichnam des Gemor⸗ deten herausgebracht. Dore erkannte ihn als den ihres unglücklichen Freundes. Den Mördern ward zwar ſofort nachgeſtellt, aber die Nachſtellungen führten vor der Hand zu keinem Ergebniß.
Dore hätte nun frei ihrer Wege gehen können, aber ſie entdeckte dem Amtmann, daß, und warum


