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Die Tochter des Wilddiebes : eine Erzählung nach Thatsachen / von Elfried von Taura
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und kann fahren. Sie mag Sein Geſchirr nach der hohen Buche führen und dort warten; ich führe Ihn durch den Stollen dahin, und Er fährt auf dem zöb⸗ litzer Wege ſicher nach Hauſe.

Dieſer Rath ward nach einigem Widerſpruch ſeiten des Magiſters angenommen. Die Wärterin ſpannte den Schlitten an und fuhr in der dem Hin⸗ terhalt der Banditen entgegengeſetzten Richtung auf die görkauer, von da nach der zöblitz⸗kühnheider Straße, indeß Dore eine Laterne anzündete und ihren Schützling durch den Stollen leitete. Sie erreichten glücklich den Ausgang. Der Schlitten ſtand ſchon da. Theophilus ſetzte ſich ein und Dore ſah ihn beruhigt dahinfahren. Der innige Händedruck, den er ihr beim Abſchied gegeben, trieb ihr Blut ſchneller um, und manches herzliche Wort, das er zu ihr geredet, klang tröſtend und beſeligend in ihrem Innern nach, als ſie durch die dunklen Windungen des engen Ganges zurück⸗ ſchritt. Die Wärterin hatte ihre Einladung, ihr zu folgen, abgelehnt, weil ihr darin zu ſehrgraute.

Als Dore nun allein an die Fallthür kam, hörte ſie über ſich in der Stube ein Getrampel Sie blieb ſtehen und horchte. Durch das Getrampel drang ein Stöhnen und Murmeln an ihre Ohren. Das Blut ſtarrte faſt in ihren Adern. Sie troch ganz nah' an