228
rin,„hier ſucht Sie niemand; der rübenauer Gerichts⸗ halter fragt nichts nach dem kühnheider, und der darf auf dem rübenauer Gebiet nicht hausſuchen. Und wenn's ja Gefahr kriegt, wir halten die Hausthür immer verriegelt und können vom Fenſter die Straße weit überſehen, kommt was Verdächtiges, ſo heben wir ſchnell die Fallthür hier auf; da geht's hinunter in einen alten Bergſtollen, der bei der hohen Buche zu Tage ausgeht.“
„Dann rath' ich Dir, hier zu bleiben,“ ſagte Theophilus,„ich will auch Deinem Rathe folgen und bis zur Morgendämmerung hier warten, aber dann muß ich heim, denn in der Pfarre werden ſie um mich in Sorgen ſein, und ich will ſie nicht länger darin laſſen, als es die äußerſte Noth erfordert. Jetzt, liebe Frau,“ ſagte er zur Wärterin,„ſchaffe Sie was zu eſſen für unſere Freundin da, ſie iſt ganz erſchöpft.“
Die Frau brachte Butter, Brot und Milch, woran ſich Dore ſtärkte. Dann ruhte ſie bis zur Morgen⸗ dämmerung in einem bequemen Lehnſeſſel. Als da
Theophilus aufbrechen wollte, fuhr ſie aus ihrem
Halbſchlaf auf und ſagte:„Es iſt noch nicht geheuer draußen, wenn Er aber fort muß, ſo weiß ich einen guten Rath. Die Frau da iſt eine Fuhrmannsfrau


