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Die Tochter des Wilddiebes : eine Erzählung nach Thatsachen / von Elfried von Taura
Entstehung
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Gott Lob und Dank, daß ich nicht zu ſpät komme! rief Dore beim Eintreten; aber ſie fühlte ſich einer Ohnmacht nah und fügte darum haſtig hinzu: Die Mörder lauern auf Ihn am Wege kehre Er bei Nacht nicht zurück! Die letzten Worte erſtarben ihr ſchon auf den Lippen ſie wankte und ſank bewußtlos in Theophil's ſie auffangende Arme.

Er befahl Träger's Wärterin, ſchnell ein Lager am Boden zu bereiten. Als dieß geſchehen war, legte er die todtenſtarre Geſtalt darauf und begann die Belebungsverſuche, welche ſeine ärztlichen Kenntniſſe ihm an die Hand gaben. Er zog ihr die naſſen Klei⸗ der aus, er mußte ihre Bruſt entblößen, die jetzt voll⸗ kommen dem Alabaſter glich da lag nun das Götterbild vor ihm in ſeiner ganzen, wundervollen Schönheit, und zitternd nur konnte er ſein Werk üben. Und wie nach langem, langem Mühen der Buſen ſich leiſe zu heben begann, wie ſie die großen dunklen Augen aufſchlug und ihn mit einem Blick unendlich tiefer Empfindung anſchaute, da kam es wie Verzük⸗ kung über ihn. Aber nur einen Augenblick, im hächſten hatte er ſchon die volle Gewalt über ſeine Sinne wieder, und in ſeiner würde⸗ und zugleich liebevollen Weiſe ſagte er:Gott Lob, daß Du wieder auflebſt,