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Dore ſtarrte ihn eine Weile an. Sie war nicht gewiß, ob ſie träume oder wache. Endlich fand ſie Worte.„Ich dachte, Ihr kenntet mich gar nicht mehr,“ ſagte ſie,„ich weiß nicht, wie ich zu dieſer Ehre komme.“
„Das Mitleid treibt mich her“— erwiederte er,„Du biſt zwar tief gefallen, aber es jammert mich doch, daß Du als Diebin ins Zuchthaus ſollſt, und ich will Dich retten.“
„Wie 2“ rief Dore—„Ihr ſprecht von tief ge⸗ fallen— Ihr? Ihr ſprecht von Mitleiden, das Ihr mit mir hättet— Ihr? Ei, wie tugendhaft und wie ge⸗ fühlvoll Ihr ſeid! Und Ihr wollt mich ſogar retten? Ich erſtaune über Eueren Heldenmuth!“
„Du kannſt noch ſpotten, Dore? Du kennſt wohl Deine gefährliche Lage nicht ganz“—
„Nur zu gut kenne ich ſie; wenn man ſich in den Händen ſolcher Menſchen ſieht, wie Ihr ſeid, denn Ihr und der Gerichtshalter paßt zuſammen, da müßte man blödſinnig ſein, wenn man nicht das Schlimmſte befürchtete. Ich bin darauf gefaßt.“
„Aber Du ſollſt nicht ſo elendiglich zugrunde gehen, Dore— nicht vor meinen Augen— ich will Dich retten, ich kann Dich retten“—
„Wie wollt Ihr das machen?“ fragte ſie.


