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gebracht, war ſie getrennt von ihrer Familie, heraus⸗ geriſſen aus ihrem neuen, fröhlichen Wirkungskreiſe, hatte ſie das Antlitz deſſen nicht mehr geſehen, der ihr Freund, Schützer, Führer und mehr geworden war.
Sie lag da in dem herzbrechenden Gefühl der Verlaſſenheit, in der angſtvollen Sorge um die Ihrigen, in der bittern Erinnerung an allen Jammer, alle
Schmach und alle Unbill ihres Lebens, ſie lag da im heißen Kampfe ihres beſſeren Selbſt mit den Mächten des Verderbens. Wozu nun all ihr Ringen und Standhalten wider die ungeheueren Verſuchun⸗ gen ihres Lebens, wenn ſie doch noch als gemeine Verbrecherin gerichtet ward? Und ihr heller Verſtand erkannte nur zu gut die große Wahrſcheinlichkeit die⸗ ſes Falles.„O daß doch der heulende Sturm dieſes Haus unterwühlte und über den Haufen ſtürzte, daß es mich unter ſeinen Trümmern begrübe!“ ſo betete ſie in der höchſten Noth ihrer Seele.
Da knarrte die Thür ihres Kerkers, ein Licht⸗ ſtrahl fiel durch die ſich öffnende Thür und herein⸗ trat eine Männergeſtalt. Es war Oeſterreich. Er zog die Thür hinter ſich an, leuchtete in der Zelle umher und trat dann nahe an die Gefangene, die ſich halb aufrichtete. Er räuſperte ſich und ſagte:„Dore, Dein Schickſal geht mir zu Herzen“—


