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Die Tochter des Wilddiebes : eine Erzählung nach Thatsachen / von Elfried von Taura
Entstehung
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wiegt. Nun war er aber auf einmal daraus auf⸗ geſchreckt, ſah er das Gebäude ſeiner ſtolzen Hoff⸗ nungen auf Sand gebaut, ein Hauch aus dem Munde des Magiſters konnte es über den Haufen werfen. Er zermarterte ſich das Hirn, wie er dem drohenden Sturz vorbeugen könne. Er wollte zu Agnes eilen, ſich ihr zu Füßen werfen, ihr alles geſtehen und ihre Verzeihung erflehen. Aber er hatte den Muth nicht. Dann kam er auf den Gedanken, der Gräfin ſelbſt ein offenes Geſtändniß abzulegen und dieſer mit erheuchelter Reue ſeine Bereitwilligkeit zu er⸗ klären, Doren zu heiraten, wenn ſie ſchuldlos aus ihrer Unterſuchung hervorgehe, was er aber durchaus bezweifelte aber ſchon vor der Thür der Gräfin ſtehend, erzitterte er in feiger Angſt und kehrte um. Endlich gebar ſein kreißendes Gehirn einen Plan, der ſeiner Geiſtesart völlig entſprach.

Es war Nacht. Ein ſchauriger Nordoſtſturm brauſte über die öde Hochfläche und drohte Bäume zu entwurzeln und menſchliche Wohnungen hinweg⸗ zufegen. Mit beſonderer Wuth tobte er um das alte Herrenhaus und das daran ſtoßende Gerichtsgefäng⸗ niß. Hier lag Dore auf dumpfer Streu, dahingege⸗ ben an alle Qualen der Einſamkeit. Seit zwei Tagen hatte ihr kein Menſchenweſen freundlichen Zuſpruch