ſtube. Nach einer Viertelſtunde hörte er Mutter und Sohn ſchon wieder die Treppe herabkommen. Er eilte hinaus— unter der Thüre hörte er die Frau ſagen:„Ich konnte mir's auch nicht denken, daß Du Dich mit einer ſolchen Dirne ſo vergeſſen haben ſollteſt, obgleich der Freier Frans von Rübenau Stein und Bein darauf ſchwor. Aber es gibt ſolche ſchlechte Menſchen, die eine Freude daran haben, andern die Ehre abzuſchneiden.“
Vor der Hausthür verabſchiedete ſich der Sohn ziemlich kühl von der Mutter, die trotz ihrer Schwach⸗ heit und Gebrechlichkeit den ſauern Winterweg nicht geſcheut hatte, den geliebten einzigen Sohn aufzu⸗ ſuchen.„Thu' das nicht wieder,“ ſagte er heuchleriſch zum Schluße noch,„es ſtrengt Dich zu ſehr an, ich komme lieber bald einmal zu Dir!“
„Ach ja, mein Fritz, thu' mir die Liebe, komm' bald zu mir, wer weiß, haſt Du mich noch lange“—
„Adieu, Mutter, ich muß wieder an meine Ar⸗ beit!“ Damit eilte er von dannen.
Die Mutter ſah ihm lange mit feuchten Blicken nach. Sie hatte ſich ihn doch anders gedacht— aber—„er mag wohl recht viel ſchwere Kopfarbeit haben,“ ſagte ſie zu ſeiner Entſchuldigung.— Theo⸗ philus trat mit trauerndem Herzen ihr. Er


