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Die Tochter des Wilddiebes : eine Erzählung nach Thatsachen / von Elfried von Taura
Entstehung
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ſagte der Burſche,der dürre Schneider war heute hierſträßig. Ich war nach dem Abfüttern in meine Mühle gegangen und konnte erſt jetzt wieder abkom⸗ men, um das Pferd zu tränken. Wie ich in den Stall trete, iſt es fort; denk' erſt, der Herr iſt wei⸗ ter geritten, nun ſehe ich, daß das Pferd geſtohlen iſt. Wäre nur der Meiſter mit unſeren Pferden da, ſo könnte ich dem Dieb nachſetzen.

Laß Er's nur gut ſein, mein Lieber, ſagte Theophilus,und Sie, gutes Weiblein, kümmere Sie ſich auch nicht. Es thut mir zwar leid um das edle, treue Thier, aber Klagen und Grämen bringt es nicht zurück. Vielleicht hilft mir Gott wieder dazu. Ich will mich nun aufmachen, daß ich nach Kühn⸗ heide komme, ehe die Nacht hereinbricht

Um Gotteswillen, Herr! rief die Müllerin; Er will ſo ſpät durch den wilden Wald? Nein, Er muß nun wenigſtens bis morgen hier bleiben, dann muß der Bretſchneider Ihn nach Kühnheide bringen. Ach mein Gott, ich kann mich mein Lebtag nicht

mehr zufrieden geben, daß ein ſo feiner Herr in un⸗

ſerem Hauſe beſtohlen worden! Rechne Er's uns nicht an, guter Herr, und nehm' Er mit dem Wenigen fürlieb, das wir Ihm bieten können. Ach das ſchöne, ſchöne Pferd! Mein Lebtag vergeß ich's nicht!