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Die Tochter des Wilddiebes : eine Erzählung nach Thatsachen / von Elfried von Taura
Entstehung
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Wetterhere, eine kühnheider Butterfrau, meine zwei beſten Milchkühe behert, daß ſie blutige Milch geben!

Theophilus hatte in Halle wie in Montpellier die Arzeneikunde getrieben und beſaß ſelbſt von der Viehzucht Kenntniſſe.Liebe Frau! ſagte er,die blutige Milch rührt ganz allein von gewiſſen Kräu⸗ tern her, welche das Vieh auf der Weide genoſſen. Laſſe Sie einmal Ihre Kühe einige Zeit im Stall und gebe Sie ihnen bloß gutes Heu, ſo wird die Milch wieder ſchön weiß werden; dann wird Sie ſich über⸗ zeugen, daß Ihr Herenglaube ein Irrthum war. Und nun erging er ſich in einer Erörterung über das Thörichte des ganzen Hexenglaubens, wobei er ſo warm wurde und ſo ſeiner ſelbſt vergaß, daß er erſt auf eine ſehr unangenehme Weiſe an die Fortſetzung ſeiner Reiſe erinnert werden mußte. Der Burſche trat plötzlich ein, und rief:Da iſt ja der Herr noch, und doch iſt das Pferd aus dem Stalle!

Die Frau ſchrie auf und ſtürzte, das einge⸗ ſchlummerte Kind im Arme, zur Thür hinaus, nach dem Stall. Theophilus folgte ihr erſchrocken, doch ſich faſſend nach. Es war nicht anders, das Pferd war fort. Die Frau rief:Das hat ſo ein verwünſchter kühnheider Spitzbube geſtohlen! und rang die Hände. Es kann auch ein Rübenauer geweſen ſein,