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wo im Sachſenlande die Liederlichkeit im öffentlichen Haushalt und in der feinen Geſellſchaft mit der Roh⸗ heit und Unwiſſenheit der unteren Klaſſen ſich ver⸗
einten, alle Pfeiler der Ordnung und Sittlichkeit zu
untergraben.
Um jene Zeit und zwar gen tage des Jahres 1754 war es, wi nmittle⸗ ren Nachmittagsſtunden ein ſtattliche oß einen jungen Mann von ſehr reſpektablem Ausſehen auf dem Wege dahin trug, der von dem Bergſtädtchen Marienberg nach dem damals übelberufenen Wald⸗ dorfe Kühnheide führte. Der Reiter mochte etwa dreißig Jahre alt ſein, wenn nicht die Anſtrengung des Stu⸗ direns ihn um einige Ja älter ausſehen ließ, als er war. Sein Geſicht, einer braunen Perücke und einem Dreimaſter b hatte eine reine Haut⸗ farbe, und feine vornel ige mit dem Ausdruck herzlichen Wohlwollens⸗ lauen Augen ſchau⸗ ten mild und munter elt hinaus. Seine Haltung zu Roß beurkunde geübten Reiter. Gemächlich ritt er durch das ſchweigende Halbdun⸗ kel des Buchenwaldes, der ſich mit ſeinem rothen und gelben Laubdache über ihm wölbte, und er ſchien ſich
am Michaelis⸗
ganz dem Zauber hinzugeben, den der Wald und zu⸗
mal der Buchenwald auf jedes empfängliche Gemüth


