Teil eines Werkes 
3. Band (1860)
Entstehung
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ten zum Kampfe. Bald zogen ſie mit Heeresmacht gegen die Beſitzungen ihrer Feinde, und auf's neue ſah Böh⸗ men das gräßliche Schauſpiel eines Kampfes zwiſchen Brüdern. Zäwis und ſeine Anhänger behaupteten in den meiſten Kämpfen das Feld, aber da ſich die Feinde in ihre feſten Plätze warfen, ſo ſtand ein langer Bürgerkrieg in Ausſicht.

Während die beiden Parteien gegeneinander kämpf⸗ ten, rieth der Oberſtkanzler dem König, die Vermittlung ſeines kaiſerlichen Schwiegervaters anzurufen. Der König that dies und der Kaiſer erfüllte gern den Ruf. Er eilte mit Heeresmacht herbei, berief Abgeordnete der ſtreitenden Parteien in ſein Lager und bewirkte ihre Ausſöhnung und unbedingte Unterwerfung unter den Willen des Königs bei Verluſt ihrer Ehre und Güter.

Wieder war es Zäwis' Mäßigung als Sieger, welchem das Zuſtandekommen des Friedens hauptſächlich zu verdanken war. Er verzichtete auf allen Erſatz des ſeinen Beſitzungen von den Feinden zugefügten Schadens, und bewog auch ſeine Freunde zu ſolcher Verzichtleiſtung. Freilich blieb er mit dieſen dafür, wie billig, im Beſitz der Landsämter und der vollen königlichen Gunſt.

Faſt gleichzeitig mit dieſem Frieden traf der lange⸗ erſehnte, mit ſchweren Opfern erkaufte Dispens von Rom ein. Und nun ſtand der öffentlichen Verbindung der Königin mit ihrem geliebten Zäwis Nichts mehr im