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zu ſeinem Herzen; aber ſage ihm noch nichts von unſerer Verbindung, das könnte leicht Alles verderben.“
„So ſoll dieſer Zwang noch länger fortdauern?“ ſagte ſie betrübt.
Er bewies ihr, daß es nicht anders ſein könne, und ſo entſchloß ſie ſich allein nach Prag zu eilen.
Sie ward von dem Könige mit wahrer kindlicher Freude empfangen. Er unſchlag ſie mit warmer In⸗ brunſt und herzte und küßte ſie unter Freudenthränen. Dann erzählten ſie einander, was ſie ſeit ihrer Trennung erlebt. Er hatte kaum minder gelitten wie ſie, lange Zeit war er wie ein Gefangener gehalten worden und hatte oft am Nothwendigſten Mangel leiden müſſen. Erſt in den letzten Jahren hatte er eine beſſere Behandlung erfahren. Die Königin vergoß viele Thränen bei der Erzählung ihres in ſo zarter Jugend ſchon ſo ſchwer geprüften Sohnes.
Alle Bemühungen der Gegner Zäwis' konnten die kindliche Liebe des Königs zu ſeiner Mutter nicht er⸗ ſticken, nicht das Vertrauen untergraben, das aus dieſer Liebe floß. Sie erzählte ihm, was Zäwis für ihn und ſie und das Vaterland gethan, reizte ſein Herz zur Be⸗ wunderung des ſeltenen Mannes und zu dem Wunſch, ihn näher an ſich zu ziehen.
Zur großen Ueberraſchung aller Barone des Hofes erſchien plötzlich ihr alter, ebenſo beneideter als gehaßter


