Teil eines Werkes 
3. Band (1860)
Entstehung
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ſelben an ſich reißen. Auch gelang es ihnen, da ſie durch Diepold von Reichenberg deſſen Collegen in der Landes⸗ verwaltung, den Biſchof Tobias, für ſich gewonnen, ſehr leicht, und ſo geſchah es, daß alle Hofämter des neuen Königs in die Hände mehr oder weniger entſchiedener Gegner Zäwis' fielen. Burghardt von Janowitz auf Winterberg, einſt Böhmens Oberſtlandmarſchall, ward Oberſthofmeiſter, Zbislaw Zagje von Tiebaun Oberſt⸗ landkämmerer, Zdislaw von Löwenberg Oberſtburggraf, der Anderen nicht zu gedenken.

So großen Einfluß indeß dieſe Herren auf den zwölfjährigen König erlangten, ſo konnten ſie es doch nicht hindern, daß derſelbe eine mächtige Sehnſucht nach ſei⸗ ner Mutter empfand, ihren Aufenthalt auskundſchaftete und ſie durch Boten bitten ließ, zu ihm zu eilen. Die überraſchende Freudenbotſchaft traf ſie an der Seite ihres Gatten.Gott ſei geprieſen! rief ſie aus,das iſt der Prüfungen Ende! Komm, mein Freund, und laß uns in die Arme meines Sohnes eilen! Ich werde ihm ſa⸗ gen, was er Dir verdankt, was Du für ihn und ſeine Mutter gethan, ich werde ihm Alles ſagen, was ihn zwingen muß, Dich mit Freuden als ſeinen zweiten Va⸗ ter anzuerkennen. 8

Das iſt zu früh, entgegnete Zäwis ernſt;geh' Du Deinen Sohn zu begrüßen und bereite mir den Weg

1860. XX. Zäwit von Roſenberg. III. 15