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Mit einem Augenaufſchlag nach oben wiederholte Libusa ihr„Nein“.
„Ihr läugnet unbegreiflicherweiſe, was Euer Gatte ſchriftlich bekennt,“ ſagte der Oberſtlandrichter.„Tretet näher und ſeht dieſe Zeilen, ſie ſind von Dürrenkrut aus an Euch geſchrieben, darin nennt Euch Herr Zäwis ausdrücklich: mein theures Weib! Wie könnt Ihr nun läugnen, mit Herrn Zäwis ehelich verbunden zu ſein?“
Libusa ſchwieg; es ward ihr ſchwer die Thränen zurückzuhalten, die ihr beim Leſen der wenigen zärtlichen Zeilen des geneſenden, nach ihr ſehnlich verlangenden Gatten entſtrömen wollten. Welch ein Unterſchied zwi⸗ ſchen damals und ihrer heutigen Lage!
„Nun, bekennet Ihr, daß. Ihr mit Herrn Zäwis von Falkenſtein ehelich verbunden ſeid?“ fragte der Oberſtlandrichter weiter.
„Nein!“ war die Antwort.
„Hier ſteht: Küſſe unſer Kind von mir, Du lieb⸗ lichſte der Mütter,“ hielt der Oberſtlandrichter der gequälten Frau weiter vor.
Libusa ward roth und zitterte, aber ſie ſchwieg.
„Ihr ſeid Mutter?“ fragte der Inquirent.
„Ja!“ antwortete Libusa.
„Und Herr Zäwis von Falkenſtein iſt der Vater Eures Kindes?“


