Teil eines Werkes 
3. Band (1860)
Entstehung
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„Haben wir doch das Zeugniß des Prieſters, der die Ehe mit der Königin eingeſegnet,“ ſagte der Biſchof; „das des andern Prieſters können wir zur Noth ent⸗ behren.“—

Hroznata mußte mit ſeinem Geleite drei Tage in Iglau bleiben, ehe Dalemil wieder ſo weit hergeſtellt war, daß er die Reiſe nach Malhhrad fortſetzen konnte. Als ſie hier ankamen, erfuhren ſie, daß die Schloßfrau bereits den Tag vorher nach Olmütz abgereiſt ſei. Der Diener, der ihnen dieſe Auskunft ertheilte, fügte hinzu, daß ein zweiter Bote aus Olmütz gekommen ſei, der ſie ſchon auf den achtzehnten beſchieden habe; ſo habe ſie ſich geſtern auf den Weg machen müſſen. Der Burggraf Jodok und Meiſter Secarlatti hätten ſie begleitet

So erſchöpft Dalemil von der weiten Reiſe war, ſo drängte er doch zur ungeſäumten Weiterreiſe nach Olmütz, um wo möglich noch vor der Gerichtsverhand⸗ lung mit Libusa zuſammenzukommen. Sie erreichten aber Olmütz erſt am Vormittag des achtzehnten Januars. In der Herberge, wo ſie einkehrten, erfuhren ſie, daß die Gerichtsverhandlung bereits begonnen habe, daher gingen ſie ſogleich nach dem Gerichtshofe. Da die Ver⸗ handlung öffentlich war, ſo fanden ſie leicht Zutritt zu ihr, doch ward es ihnen nicht ſo leicht ſich durch die dichtgedrängten Menge von Zuſchauern den Weg zu

1860. XX. Zäwis von Roſenberg. III. 14