28
ſie zu ſeiner Gemahlin erheben werde. Dalemil erwi⸗ derte, daß er ſeine Tochter ihrem Schickſal überlaſſe. Er wiſſe, daß ſie nicht fallen könne, und einſt werde ſchon die Zeit kommen, wo ſie in Ehren vor ihn trete; er glaube auch feſt, daß Herr Zäwis kein Schuft ſein und ſeine Tochter entehren werde.
„So hofft Ihr, daß mein Vetter, das Haupt der Witkowetze, ſie zu ſeiner Gemahlin erheben werde?“ forſchte Sezema weiter.
„Man hofft nur, was man wünſcht,“ verſetzte Da⸗ lemil;„mein bürgerliches Herz mag nichts wiſſen von der Ehre, mit dem ſtolzeſten der Barone verwandt zu ſein. Ich hoffe nur das Eine, daß meine Tochter ihre Ehre wahre.“
Sezema ſah ein, daß mit dem Alten in ſeinem Sinne nichts anzufangen war. Er ließ daher den Ge⸗ genſtand fallen und unterhielt ſich mit ihm von andern Dingen. Vor dem Kaiſer hatte Dalemil Gelegenheit, ſeines Gefährten Gewandheit in einem ganz neuen Lichte zu ſehen. Hier erſchien Sezema als der zugleich beſchei⸗ dene und würdevolle Vertreter einer Königin und eines hohen Geſchlechtes. Der leutſelige Kaiſer fand ſichtbar Gefallen an dem noch ſo jungen und doch ſo klugen und geſchäftsgewandten Manne. Er that ſogar unverhohlen die für Sezema ſchmeichelhafte Aeußerung:„Hätte König


