26
terrichtet ſei, und als er bejahete, ob er ſich der ihm zu⸗ gedachten Sendung unterziehen wolle. Sezema betheuerte, daß er kein anderes Glück kenne, als Ihrer Hoheit zu dienen; ſie möge nach Gefallen über ihn verfügen.
„Es kommt mir nicht zu, über eine ſo wichtige An⸗ gelegenheit allein zu entſcheiden,“ ſagte die Königin hier⸗ auf;„Ich werde ſie meinen Räthen zur Begutachtung vorlegen. Sollte ich Eures Dienſtes dann bedürfen, ſo werde ich Euch rufen laſſen; lange ſollt Ihr nicht auf Entſcheidung warten müſſen.“
Die Königin war im Herzen ſchon für Zäwis' Rath entſchieden, und als ſich Sezema verabſchiedet hatte, beſchloß ſie, aus Furcht, die Uebrigen möchten Wider⸗ ſpruch dagegen erheben, bloß den Oberſten Kanzler in's Vertrauen zu ziehen, weil ſie im Voraus wußte, daß er einem Rathe beiſtimmen würde, der ſo ganz der Friedens⸗ liebe des geiſtlichen Greiſes entſprach. Sie hatte ſich auch gar nicht getäuſcht, der ehrwürdige Mann pries den Rath als eine Gottesſtimme und rieth zu ungeſäumter Ausführung. Schon am andern Morgen ſandte ſie Se⸗ zema mit Dalemil in die beiden Kriegslager.
„Alles für die glorreiche Roſe,“ dachte Sezema, als er mit der neuen Sendung von der ſchönen Fürſtin ging. Er eilte mit ſeinem Begleiter zunächſt zu dem Markgra⸗ fen Otto. Bei dieſem, das ſah er voraus, hatte er den


