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ſprüche prüfe und danach entſcheide: ein Schiedsgericht aus Vertrauensmännern beider Theile mit einem unpar⸗ teiiſchen Obmann. Ich empfehle Euch meinen Vetter Sezema als gewandten Unterhändler und Euch treuerge⸗ benen Diener— ſendet ihn an die Häupter beider Theile, daß er ſie für die ſchiedsrichterliche Entſcheidung gewinne. Euere Hoheit verzeihe mir, daß ich mich erdreiſte, ihr Rath zu ertheilen, aber ich that damit, was ich nicht laſſen konnte, und Eurer Hoheit oft bewährte Huld er⸗ muthigte mich dazu. Möge mir Gott bald Kraft verlei⸗ hen, Euch durch Thaten zu dienen. Bis dahin werde ich nicht aufhören für Euch zu beten.“
Während die Königin dieſen Brief las, hingen Se⸗ zema's Blicke unverwandt an ihren Mienen. Sein kal⸗ tes, mehr von Verſtand als von Gefühl zeugendes Geſicht verrieth große Befriedigung über die tiefe Rührung, welche ſich in jenen Mienen abzeichnete. Durch die Spu⸗ ren der Trauer, die noch auf ihnen lagen, trat zu wie⸗ derholten Malen der Glanz eines geheimen Entzückens, einer hohen Bewunderung, durch die Thränenſchleier der Augen leuchtete oft ein Strahl der Freude. Und dann geſellte ſich wohl ein ſarkaſtiſcher Zug zu dem Aus⸗ druck der Befriedigung auf Sezema's Antlitz.
Die Königin fragte ihn, ob er von dem Rathe ſei⸗ nes Vetters in Bezug auf den bevorſtehenden Streit un⸗
1860. XX. Zäwi von Roſenberg. III. 2


