Teil eines Werkes 
3. Band (1860)
Entstehung
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ten kühne, große Gedanken, und er beſaß die Mittel, ſie zu verwirklichen. Er würde ſie verwirklicht haben, hätte er es in Einem nicht verſehen, hätte er das innerſte Le⸗ bensgeſetz ſeines Volkes geachtet. Er wollte ein großes Slavenreich gründen, und opferte altſlaviſche Einrich⸗ tungen und Geſetze fremden Einrichtungen und Geſetzen auf; er wollte ſeine Völker glücklich machen, aber in ſei⸗ ner Weiſe und mit gewaltthätiger Beſeitigung deſſen, was in den alten Volksgewohnheiten und Rechten der Art, wie er beglücken wollte, hemmend entgegenſtand. Sein Schickſal bewies, daß vor dem, der die Geſchicke der Welt lenkt, das natürliche Lebensgeſetz eines Volkes mehr gilt, als der edelſte Wille des glorreichſten Herrſchers. Es iſt wahr, König Otakar hatte faſt allenthalben in ſeinen Landen die untere, mithin die zahlreichſte Volks⸗ klaſſe für ſich, ſomit hätte es ſcheinen können, als regiere er im Geiſte ſeines Volkes; aber der Geiſt eines Volkes bricht ſich in den bewußtloſen Individuen der Maſſe nur in matten Strahlen, erſt in den Kreiſen, die ſich ihres lebendigen Zuſammenhanges und Wirkens mit der Ge⸗ ſchichte des Volkes klar bewußt ſind, ſammeln und ver⸗ dichten ſich die Strahlen zu einem ſicheren Abbilde des Geſammtgeiſtes, und in dieſe Kreiſe griff der König mih ſchonungsloſer Willkür hinein. So empörten ſich v Kreiſe wider ihn, und wie immer die Verletzung des