Teil eines Werkes 
3. Band (1860)
Entstehung
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werde. In dieſem Vertrage war feſtgeſtellt, daß es bei der früher ausbedungenen Vermählung der beiderſeitigen Kinder ſein Verbleiben haben ſolle, daß er, der Kaiſer, bis zur Mündigwerdung des Königs die Regierung von Böhmen übernehmen und der Königin zum Leib⸗ gedinge auf Troppau und andere Gebiete 3000 Mark verſchreiben wolle. Wäre ſie mit dieſen Bedingungen ein⸗ verſtanden, ſo möge ſie den Eid über den Vertrag in die Hand des Biſchofs ablegen.

Was würde Zäwis hierzu ſagen? dachte die Königin, als ſie das Schreiben zuſammenfaltete.Die Bedingungen erſcheinen den Umſtänden nach mild aber kann man wiſſen, was ſich dahinter verbirgt? Daß Herr Rudolf ſo viel Gewicht auf die doppelte Verbindung mit dem böhmiſchen Königshauſe legt, deutet das nicht an, daß er von der ſchwächlichen Leibesbeſchaffenheit des ein⸗ zigen männlichen Sproſſen vom Stamme Piemysl einen baldigen Heimfall der böhmiſchen Krone an ſein Haus erwartet? Würde dann nicht Böhmen eine Provinz des deutſchen Reiches werden? Iſt das nicht ein unerträglicher Gedanke für ein ſo treues Czechenherz, wie es in der Bruſt Zäwis' von Falkenſtein ſchlägt? O daß er hier wäre, daß ich ſeinen Rath vernehmen könnte! Ich möchte nicht gern etwas thun, was er mißbilligt. Ich will den Meiſter Dalemil fragen; er iſt auch ein guter Czeche. Und ſie ließ den Gelehrten rufen. 8