Teil eines Werkes 
2. Band (1860)
Entstehung
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Faſt ſchlummerlos verbrachten die Freunde die Nacht, welcher der Tag der blutigen Entſcheidung folgen ſollte. Es war der heilige Rufustag. Frühzeitig ſchon ſtellten ſich die beiverſeitigen Heere in Schlachtordnung. Mit Ungeſtüm ſtürzten ſich die kumaniſchen Reiter von der deutſch⸗ungariſchen Seite auf die böhmiſchen Flanken, den Kampf zu eröffnen. Schnell rückte die Hauptmacht vor und bald wogte der Kampf auf der ganzen Schlacht⸗ linie. An der Spitze ihrer auserleſenen Schaaren ſtanden die beiden Herrſcher, Rudolf und Otakar, im Centrum einander gegenüber. Auf beiden Seiten ward mit ruhm⸗ voller Tapferkeit geſtritten. Mit Stolz ſah Zäwis, wie ſeine Böhmen dem weitüberlegenen Feinde den helden⸗ müthigſten Widerſtand leiſteten, ja nachdem der Kampf ſchon ſtundenlang hin und her gewogt, einmal das deut⸗ ſche Centrum durchbrachen. Mit Bewunderung ſah er Otakar ſeinen Truppen an Tapferkeit voranleuchten, überall dahin eilen, wo die Gefahr am größten war, und es war ihm immer, als müſſe Gott ſolchen über⸗ menſchlichen Heldenmuth mit Sieg krönen.

Gegen ſeinen Wunſch war Berchtold von Emerberg vom Kaifer in die Nachhut geſtellt. Dieſe ſtand auf einem langgeſtreckten Hügel, von wo aus das ganze Schlachtfeld zu überſehen war. Auf der entgegengeſetzten Seite des⸗ ſelben befand ſich die böhmiſche Nachhut auf einer nie⸗