Teil eines Werkes 
2. Band (1860)
Entstehung
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eine gewiſſe Spannung eingetreten, die jedoch von ſeiner Seite in der Aufregung der Kriegsrüſtungen weniger empfunden ward als von ihr. Doch war ſie durch Pflichtgefühl und das Band der Kinder zu ſehr an ihren Gemahl gefeſſelt, als daß ſie nicht doch mit der Zeit die Mißſtimmung gegen ihn hätte überwinden und ſeinem Thun eine lebhafte Theilnahme zuwenden ſollen. Freilich beklagte ſie nach wie vor, daß ihr Plan geſcheitert und der Mann von jeder Betheilung an den kommenden Kämpfen ausgeſchloſſen war, dem ſie gern die erſte Rolle darin zugetheilt geſehen hätte. Daß derſelbe ge⸗ rettet und geborgen war, das wußte ſie daß er es nicht in Mähren, auf ſeinem heimlichen Liebesſchloß war, war ihr eine geheime Genugthuung. Sie hatte das Verhältniß zwiſchen Zäwis und Libuda, das ſie durch Sezema nur als eine vorübergehende Buhlſchaft kannte, klüglich ignorirt, im Geheimen aber hatte es ihr doch Kummer gemachtum des armen Geſchöpfes willen, das dem Zauber einer ſolchen Perſönlichkeit erlegen war, ſprach ſie bei ſich ſelbſt. Zwar hatte es ſie Wunder genommen, daß Libusa's Vater eine ſo große Fürſorge für das Ge⸗ ſchick ihres Entführers an den Tag legte, als dieſer in Gefahr war, von dem Pöbel ermordet zu werden; aber die ſchöne Königin theilte mit den Hochgebornen aller Zeiten den Wahn, daß niedriggeborne Menſchen